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Blühstreifen

An schmalen Bereichen am Feld- oder Straßenrand, an Autobahnen oder in Gemeinden werden immer öfter blühende Pflanzen ausgesät. Sie dienen Insekten als Lebensraum, darunter landwirtschaftlichen Nützlingen, die einen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung leisten. Die Streifen sind aber auch Nahrungsquelle für Bestäuber und Schutzraum für Wildtiere. Besonders wertvoll für den Erhalt von Biodiversität sind mehrjährige Blühstreifen. Inhalt der einjährigen Samenmischungen sind schnell blühende Kulturpflanzen. Diese sind nicht winterhart, können also auch erst nach dem letzten Frost ausgebracht werden. Für einige Wildbienenarten ist das zu spät. Im Unterschied dazu werden auf mehrjährigen Blühstreifen Wildpflanzenarten mit angesät, die nach dem ersten Winter früh zu blühen beginnen. Willkommener Rastplatz für diese Insekten ab dem zweiten Jahr. Besonders gut geeignet sind regionale Samenmischungen. Sie sind optimal an den Lebensraum angepasst und bieten vor allem regionalen Insekten- und Tierarten Nahrung und Unterschlupf. Auch im Winter finden diese in Halmen, der Erde oder unter Pflanzenbüscheln über längere Zeit sichere Rückzugsräume. Für die Ausbringung sollten immer unbelastete regionale Samenmischungen verwendet werden. Oft werden auch Kulturen wie z.B. Sonnenblumen als Streifen angepflanzt.  

Sandkliff

Die Außenküsten der Ostsee wurden durch Wasser und Wind geformt. Dort wo Steilküsten durch die Eiszeiten bedingt vorhanden sind, arbeitet die Brandung an der Gestalt der Küste. Nach und nach entstand so eine Aushöhlung, die Brandungshohlkehle. Daraus entwickelte sich über die Zeit durch die Unterschneidung ein Kliff. Die herausgebrochenen Gesteine werden dabei durch die Brandung aufgearbeitet und als Strandgeröll abgelegt. In ein Sandkliff, das relativ „weichen“ Boden hat, können auch Vögel, wie hier die Schwalben, ihre Bruthöhlen hineinbauen.   Quelle: http://www.geodz.com/deu/d/Brandungsformen    Schwalben am Sandkliff (NABU MV)

Rotschenkel

Watvögel

Besonders lange Beine ermöglichen ihnen das Durchwaten der flach überfluteten Wattflächen. Langgezogene Schnäbel erlauben ihnen, in Sand und Schlick herumzustochern. Muscheln, Würmer und andere Kleintiere werden so erbeutet. Jede Watvogelart hat dabei ihre eigene spezifische Jagdstrategie, bestimmt durch Schnabellänge und Schnabelform. In den Windwatten zwischen Rostock und Rügen sind es vor allem der Alpenstrandläufer, Dunkler Wasserläufer, Grünschenkel, Säbelschnäbler und Große Brachvogel.Quelle: SchatzLotse Naturschätze – Die Lebensräume der Küstenlandschaft  

Säbelschnäbler

Er gehört zu den Watvögeln. Der Säbelschnäbler hat ein auffälliges schwarzweißes Gefieder, einen langen Hals und sehr lange Beine. Das auffälligste an ihm ist aber sein einzigartiger, schmaler, leicht nach oben gebogener Schnabel. Zur Nahrungsaufnahme hält er ihn leicht geöffnet ins Wasser und säbelt ihn hin  und her. Etwa alle zwei Sekunden stößt die Zunge vor und streift die an den Lamellen hängen gebliebenen Kleinorganismen ab. Er ist ein Zugvogel, der in Frankreich, Portugal und Senegal überwintert. Zum Brüten bevorzugt er die Brackwasserlagunen an den Küsten. Der Säbelschnäbler wird in Deutschland stark geschützt.   Der SäbelschnäblerDem Fechtsport gehört seine Liebe,immerfort übt er Schnabelhiebe.Ach, gälte Olympia sein Streben!Nein, erkämpft im wirklichen LebenGegen hungrige Eierdiebe. von Rüdiger Fuchs, Vögel von vorn  

Alpenstrandläufer

Alpenstrandläufer

Der Alpenstrandläufer gehört zu den Watvögeln. Blitzschnell laufen die zierlichen Vögel entlang der Wasserkante und erspähen auf fast magische Weise ihre im Sand oder unter angespültem Seetang verborgene Nahrung. Der Alpenstrandläufer ist zur Zugzeit und im Winter in großer Zahl bei uns zu Gast. Er fliegt in großen Trupps gewagte Wendemanöver. Dabei sind auch die schwarzen Bäuche gut zu sehen. Seinen Namen bekam er von Carl von Linné, der den Alpenstrandläufer in den lappländischen Alpen beobachtete.Mehr unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/alpenstrandlaeufer/  

Windwatt

Windwatten entwickeln sich vorwiegend an Stellen mit intensiven Sandablagerungen, also an wachsenden Landzungen wie dem Darßer Ort, dem Bessin oder dem Gellen auf Hiddensee. Das größte Windwatt der Region zieht sich von Pramort an der Ostspitze des Zingst vierzehn Kilometer weit bis in die Boddengewässer um den Hiddenseer Gellen. Bei Niedrigwasser durchschneidet lediglich die ausgebaggerte Fahrrinne nach Stralsund die endlos erscheinende Wattfläche. Kleinere Wattbereiche liegen außerdem verstreut in den westrügenschen Bodden und im Breitling an der Warnowmündung. 95 Prozent aller Wattflächen der deutschen Ostseeküste befinden sich zwischen Rostock und Rügen. Die Lebensbedingungen in einem Windwatt sind viel extremer als in Watten von Nordsee und Atlantik. Oft liegt ein Windwatt wochenlang trocken, nur um danach wieder lange Zeit überflutet zu sein. Eine ausgesuchte Gruppe besonderer Überlebenskünstler hat hier ihre Heimat und macht die Watten zu biologisch hochproduktiven Zonen. Dazu gehören Watvögel und Borstenwurm. Quelle: SchatzLotse Naturschätze – Die Lebensräume der Küstenlandschaft  

Schilf

Schilf

Es ist unser höchstes heimisches Gras. Schilfhalme können über vier Meter Länge erreichen, oft zu einem Drittel unter Wasser verborgen. Durch Halme und Wurzelstock zieht sich ein ausgeklügeltes Belüftungssystem. Mit seiner Hilfe überleben die Pflanzen im sauerstoffarmen Bodengrund. Nebenbei belüften sie den Boden und ermöglichen damit auch anderen Organismen ihr Überleben. Insekten überwintern im Innern der Halme des Vorjahres wie die Brackwasserröhricht­Halmeule und Salz­Glanzflachläufer ist eine besondere Rarität. Dieser Laufkäfer lebt in Röhrichten der Warnowmündung. Haubentaucher, Blässhühner oder Enten nisten am Boden und nutzen die hoch aufragenden Halme als Sichtschutz. Rohrsänger und Rohrammern weben ihre Nester kunstvoll ins Halmgeflecht.Quelle: SchatzLotse Naturschätze – Die Lebensräume der Küstenlandschaft  

Röhricht

Röhricht

Röhricht ist ein Biotoptyp und eine Pflanzengesellschaft im Flachwasser- und Uferrandbereich von Gewässern. Es besteht aus großwüchsigen, schilfartigen Pflanzen (Röhrichtpflanzen) wie Schilfrohr (Phragmites australis), Rohrkolben (Typha spec.), Igelkolben (Sparganium spec.), Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea) und Wasser-Schwaden (Glyceria maxima); ferner aus Kalmus (Acorus calamus), Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Schwanenblume (Butomus umbellatus), Froschlöffel (Alisma spec.) und aus weiteren Arten. Das Röhricht als Lebensraum ist für viele verschiedene Tierarten sehr wertvoll. Es beherbergt in der Regel zwar nur wenige Pflanzenarten, aber durch seine Lage zwischen freier Wasserfläche und dem Land ist zum Beispiel für Vögel das Nahrungs- und Brutplatzangebot sehr groß, denn sie können beide Areale nutzen. Die hohen und hohlen Stängel von Rohrkolben und Co. sind außerdem ein wertvoller Überwinterungsraum für Insekten. Für die Fisch- und Libellenfauna ist das Röhricht ein wichtiger Forpflanzungs- und Rückzugsraum.

Aussichtplatform Günz

KRANORAMA

Das KRANORAMA ist eine barrierefreie Kranichbeobachtungsstation in der Nähe von Groß Mohrdorf am Günzer See. Hier kann man die Tiere auch am Tage einmal ganz aus der Nähe beobachten, ohne sie zu stören. Schon der Weg vom Parkplatz zum KRANORAMA ist ein Erlebnis: auf Tafeln wird das spannende Leben der charismatischen Kraniche vorgestellt, aber auch andere Facetten der Biologischen Vielfalt am Naturparadies „Günzer Seewiesen“ können entdeckt werden. Von der Beobachtungsstation blickt man direkt auf die Günzer Seewiesen – einem Europäischen Vogelschutzgebiet und Nationalem Naturerbe, welches von Kranichschutz Deutschland naturschutzverträglich entwickelt wird. Im Frühjahr und Herbst ist das KRANORAMA fast täglich geöffnet. Aktuelle Öffnungszeiten werden auf der Website (www.kraniche.de) sowie im NABU-Kranichzentrum und auf Facebook (https://www.facebook.com/kranichschutz) bekannt gegeben. Quelle: www.kraniche.de

Dorfplatz mit Baum

Allmende

Alte Bezeichnung für Flächen, Güter und Ressourcen, die im Besitz einer Gemeinschaft oder der Allgemeinheit stehen. Da es keine festen Besitzende gibt, bestimmen alle gleichermaßen über die Allmende. Im Mittelalter waren Flüsse, Wald und Wiesen im Besitz aller Dorfbewohner:innen. Alle konnten im Wald Holz hacken, die Kühe auf die Wiese schicken oder Wasser im Fluss holen. Ab dem 15. und 16. Jahrhundert beanspruchten immer mehr Herrschende die öffentlichen Flächen für sich. Während der Industrialisierung wurde immer mehr Platz für Wohnraum und Gewerbe benötigt. Die Allmenden verloren an Bedeutung. Heute gibt es sie nur noch vereinzelt in den Gemeinden und Städten.

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