Wildbienen-Nisthügel in Blankenhagen
Gemeinsam mit dem NABU MV hat die Schulgarten-AG der Grundschule Blankenhagen einen Staketenzaun um den neuen Wildbienen-Nisthügel gebaut. Dieses neue Biotop wurde im Rahmen des Verbundprojekts „Vernetzte Vielfalt an der Schatzküste“ angelegt und schafft einen Lebensraum für viele Wildbienenarten, die in unserer Umwelt selten geworden ist.
Rund die Hälfte der 600 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten bauen ihre Nester in Böden, wo sie vor allem vegetationsfreie Flächen bevorzugen. Ein sonnenexponierter Hügel aus verschiedenen Sandschichten, auf dem keine Pflanzen wachsen, bietet demnach eine hervorragende Nistmöglichkeit. In der Umgebung des neuen Hügels gibt es zahlreiche Obstbäume und auch der Schulgarten ist in der Nähe. Der Nistplatz und potentielle Nahrungspflanzen liegen also nah beieinander.
Um diesen wichtigen Lebensraum zu schützen, wurde im Oktober ein Staketenzaun um den Wildbienenhügel gebaut. In einer gemeinsamen Projektstunde hämmerten acht Kinder die langen Streben des Zauns in den Boden. „Das Betreten des Hügels würde die Nester der Bienen zerstören und die nächste Generation könnte nicht schlüpfen“, sagt Emma Wagemann vom NABU MV. „Dieser Zaun soll als kleine Hürde dienen und es dennoch ermöglichen, das lebendige Geschehen am Hügel zu beobachten.“
Mit der Schulgarten-AG sind weitere Wildbienen-Projekttage geplant. Langfristig werden die Kinder die Patenschaft für den Hügel übernehmen und über die Bedeutung von Wildbienen und deren Schutz aufklären. In Zukunft wird eine anschauliche Infotafel dabei unterstützen.
Fotos: © NABU MV/ Emma Wagemann
NABU-Trickfilm läuft bei Naturfilmfestival
Am 3. Oktober wird der vom NABU mitentwickelte Kurzfilm „Wo ist unser Wasser?“ beim Darßer Naturfilmfestival in Prerow gezeigt. „Wir freuen uns sehr, dass der Trickfilm im Programmpunkt Natureshorts damit einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden kann“, sagt Anja Reuhl vom NABU Mecklenburg-Vorpommern. Kinder der dritten und vierten Klassen der Löwenzahnschule in Ribnitz-Damgarten entwickelten den Film gemeinsam mit dem NABU im Rahmen des Verbundprojekts „Vernetzte Vielfalt an der Schatzküste“.
Darin wird die Geschichte von den Tieren im Erlenbruch erzählt, die eines Morgens erwachen und bemerken, dass das Wasser verschwunden ist und die Bäume merkwürdige Markierungen haben. Auf Ihrer Spurensuche entdecken die Tiere, dass sie und ihr Lebensraum in Gefahr sind und gehen auf die Suchen nach Unterstützung.
Ungefähr ein Jahr dauerte die Vorbereitung für den Dreh. Von September 2023 bis April 2024 tüftelten die Kinder und die NABU-Projektmitarbeiterinnen gemeinsam mit dem Greifswalder Gestaltungsbüro igel+ente an den Inhalten.
„Das Besondere an diesem Filmprojekt ist, dass sich die Kinder mit viel kreativem Freiraum die Geschichte, Charaktere, Dialoge, Kulisse und Geräusche selbst ausgedacht haben,“ sagt NABU-Mitarbeiterin Anja Reuhl. „Wir haben nur den inhaltlichen Rahmen vorgegeben. Die Ideen für die Tiercharaktere kamen den Kindern unter anderem bei einer Waldexkursion zu Beginn der Vorbereitungsphase. Dabei haben wir mit ihnen einen überschwemmten Erlenbruch besucht, in dem sie u.a. einen Dachsbau und Spuren des Bibers gefunden haben.“
Im April 2024 wurden in einer intensiven Arbeitswoche, die Szenen gedreht, Charaktere eingesprochen, Musik und Geräusche aufgenommen und noch fehlende Kulissen gebastelt.
Der NABU Mecklenburg-Vorpommern macht im Verbundprojekt Kinder, Jugendliche, Eltern, Erziehende, Interessierte in verschiedenen Bildungseinrichtungen so fit, dass sie selbständig Biotop-Patenschaften übernehmen können.
Was hat der NABU bisher geschafft?
Wer beteiligt sich an den Patenschaften?
Was waren die größten Herausforderungen?
Was sind die Planungen für die zweite Hälfte?
Nach drei Jahren ist Halbzeit im Projekt – erfahren Sie hier mehr über die Biotoppatenschaften…
Gemeinsam draußen aktiv für die Biologische Vielfalt – Kinder, Jugendliche, Lehrer*innen, Erzieher*innen, Eltern und Multiplikator*innen können sich für den Erhalt einzigartiger Biotope in ihrer Region einsetzen. Dazu werden gemeinsam mit den interessierten Bildungseinrichtungen geeignete pädagogische Konzepte entwickelt und umgesetzt. Die Übernahme langfristiger Biotoppatenschaften wird angestrebt.
Weiterbildungen für Pädagog*innen zum Thema Biodiversität, Lebensräume, Klima und Artenvielfalt ermöglichen Lehrer*innen und anderen Multiplikator*innen, sich im Rahmen ihrer Bildungsarbeit langfristig im Biotopschutz zu engagieren und eine Biotoppatenschaft mit Leben zu erfüllen. Spannende Projekte des Verbundpartners begleiten die Bildungsarbeit über mehrere Jahre.
Dieses Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der OSTSEESTIFTUNG und dem WWF D durchgeführt; denn die Revitalisierung von Trittsteinbiotopen eröffnet zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten für schulische und außerschulische Bildungseinrichtungen.
Verantwortlich: Juliane Brasch (NABU M-V)
Vernetzte Vielfalt an der Schatzküste – Kleine und große Krabbler
Im Rahmen des Projekts Vernetzte Vielfalt führten die Mitarbeiterinnen des NABU Mecklenburg-Vor-pommern gemeinsam mit dem Umweltbildungsstammtisch des Nationalparks Vorpommersche Bodden-landschaft und der Löwenzahnschule Ribnitz-Damgarten Insektenzählungen durch.
Die Schüler*innen der Löwenzahnschule zählten in ihrem Schulgarten am 12. August insgesamt 22 ver-schiedene Insektenarten innerhalb einer Stunde. „Die Kinder waren mit großer Begeisterung dabei und haben 22 Insektenarten kennengelernt und dokumentiert. Das ist ein tolles Ergebnis!“, freut sich Anja Reuhl, Mitarbeiterin des NABU M-V. „Insekten sind eine faszinierende Tiergruppe. Sie vollbringen teils unglaubliche Leistungen, haben interessante Anpassungsstrategien und sind unentbehrlich in unseren Ökosystemen, deshalb wollten wir dieses Thema schon länger in der Schule behandeln“, erläutert Ingeborg Jahn, Lehrerin an der Löwenzahnschule.
Insekten werden auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle in der Arbeit des NABU M-V im Projekt Vernetzte Vielfalt spielen. „Im nächsten Jahr möchten wir die Bevölkerung der „Schatzküste“ auf die Suche nach einer besonderen Biene schicken. Wir hoffen, dass sich dabei viele Einwohner*innen und auch Tourist*innen jeden Alters beteiligen. Dann wollen wir herausfinden, ob die Ochsenzungensandbiene an der Schatzküste vorkommt und wie weit sie verbreitet ist“, verrät Charlotte Nitsche vom NABU.
Wer nicht bis dahin warten möchte, kann auch jetzt schon im Projekt Vernetzte Vielfalt mitwirken. „Zur Zeit suchen wir noch Schulen, Kindergärten, aber auch außerschulische Bildungseinrichtungen oder Vereine, die Lust haben eine Patenschaft für eine Biotop vor ihrer Haustür zu übernehmen“, fügt Anja Reuhl hinzu.
Die Mitarbeiterinnen des NABU bieten begleitend Projekttage, Exkursionen und Weiterbildungen dazu an. Interessierte können sich unter: Anja.Reuhl@NABU-MV.de oder unter 03834/776848 melden.
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